Vergeltungsattacke im Irak: Iranische Raketenangriffe auf vom US-Militär genutzte Basen
Der Iran hat aus Vergeltung für die Tötung seines Top-Generals Ghassem Soleimani zwei auch von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak angegriffen.
Betroffen seien der Luftwaffenstützpunkt Al Asad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil, erklärte das US-Verteidigungsministerium in der Nacht zum Mittwoch. In Erbil sind auch deutsche Bundeswehr-Soldaten stationiert. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, den Soldaten gehe es gut.
Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, bei der «Operation Märtyrer Soleimani» sei der mit Dutzenden Raketen attackierte Luftwaffenstützpunkt Al Asad «vollständig zerstört» worden. Der Angriff «Operation Märtyrer Soleimani» auf die «von den Amerikanern besetzte» Basis sei «in jeder Hinsicht ein voller Erfolg». Der Angriff sei mit ballistischen Boden-Boden-Raketen erfolgt.
«Wir arbeiten an ersten Einschätzungen der Schäden», erklärte das Pentagon. Auch zu möglichen Opfern machte das US-Militär zunächst keine Angaben. «Diese Stützpunkte sind wegen Hinweisen auf geplante Angriffe des iranischen Regimes auf unsere Truppen und Interessen in der Region in hoher Alarmbereitschaft gewesen», hieß es aus Washington. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag vor den Angriffen gesagt: «Falls der Iran irgendetwas macht, was er nicht tun sollte, werden sie die Konsequenzen erleben. Und das sehr stark.»
Im Irak sind rund 5000 US-Soldaten stationiert, die ein internationales Militärbündnis zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anführen. Die US-Stützpunkte im Irak sind zuletzt häufiger mit technisch einfacheren Raketen von örtlichen schiitischen Milizen, die vom Iran unterstützt werden, angegriffen worden. Ein direkter Angriff aus dem Iran markiert jedoch eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.
Soleimani war in der Nacht zum Freitag von US-Drohnen in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Washington erklärte danach, der Chef der Al-Kuds-Einheiten habe Angriffe auf US-Bürger geplant. Soleimani war der wichtigste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland. Er galt als Architekt der iranischen Militärstrategie in den Nachbarländern. Im Iran wird er nun als Märtyrer verehrt.
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