Keine zweite Amtszeit für Marx: Deutsche Bischöfe wählen neuen Vorsitzenden
Sechs Jahre wurden die deutschen Bischöfe von dem Münchner Kardinal Reinhard Marx geführt, jetzt wählen sie einen Nachfolger: Marx steht nicht mehr zur Verfügung. Den neuen Vorsitzenden erwarten große Herausforderungen.
Die Deutsche Bischofskonferenz wählt bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Mainz einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Amtsinhaber, der Münchner Kardinal Reinhard Marx, hatte kürzlich überraschend erklärt, dass er für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehe.
An der Wahl beteiligen sich 68 Bischöfe. Offizielle Kandidaten für die Nachfolge des seit 2014 amtierenden Marx gibt es nicht. Als aussichtsreich gelten Heiner Koch (Berlin), Heiner Wilmer (Hildesheim), Georg Bätzing (Limburg), Peter Kohlgraf (Mainz) und Franz-Josef Overbeck (Essen). Die größte Herausforderung für den neuen Vorsitzenden ist der derzeitige Reformprozess in der katholischen Kirche in Deutschland, der Synodale Weg.
Der Kirchenexperte Andreas Püttmann sagte, in der derzeitigen polarisierten Lage der Kirche werde der neue Vorsitzende wohl kein Flügelstürmer sein, sondern ein eher moderater und vermittelnder Typ. Er müsse zwischen den unterschiedlichen Lagern in Deutschland vermitteln, aber auch zwischen Deutschland und dem Vatikan. «Wesentliche Fragen werden dort entschieden.»
Hilfreich seien zudem eine gewisse Erfahrung im Bischofsamt, Skandalfreiheit, Medienkompetenz und «eine intellektuelle Kapazität, die mit den Vorgängern mithalten kann», sagte Buchautor Püttmann («Wie katholisch ist Deutschland?»).
Norbert Bauer, Leiter der katholischen Karl-Rahner-Akademie in Köln, sagte, wichtig sei, dass der neue Vorsitzende die Ökumene weiter vorantreibe: Hier habe Marx etwa im Reformationsjahr 2017 vorbildliche Arbeit geleistet. «Und was auch wichtig wäre: Dass jemand die Aufgabe übernimmt, der bei dem Missbrauchsskandal nicht vorbelastet ist.» Vor allem aber müsse er den Synodalen Weg vorantreiben.
Bei diesem Reformprozess sollen einfache Gläubige, die sogenannten Laien, mit den Bischöfen auf Augenhöhe darüber sprechen, wie die Kirche ihre Strukturen so verändern kann, dass dem sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen für die Zukunft vorgebeugt wird.
Die vier Themenbereiche des Synodalen Wegs sind der Umgang mit Macht, die Sexualmoral der Kirche, die Position von Frauen und der Zölibat, die vorgeschriebene Ehelosigkeit der Priester. Der Reformprozess wird von einer deutlichen Mehrheit der Bischöfe mitgetragen. Es herrscht aber Uneinigkeit darüber, wie weit die Änderungen gehen sollen.
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