Daten zu Covid-19: Reproduktionszahl, Verdopplungszeit, Infektionen – welche Kennzahlen gerade wichtig sind

Verschiedene Kennzahlen gelten als wichtige Gradmesser, um den Erfolg der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zu bewerten. Welche das sind und was sie bedeuten.

Auf (mindestens) drei Kennzahlen schauen Politiker und Wissenschaftler in der Coronavirus-Pandemie gerade besonders: 

1) Zahl der Neuinfektionen

Zum einen ist da die Anzahl der bestätigen Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Diese steigt sowohl laut der Daten vom Robert Koch-Institut (RKI) wie auch denen der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität beständig an. Das geht auch gar nicht anders, weil neue Fälle einfach täglich hinzuaddiert, Genesene und Verstorbene aber nicht wieder abgezogen werden. Aktuelle Zahlen für alle deutschen Kreise und Städte finden Sie hier.

2) Reproduktionszahl R

PAID Wie wird man immun 11.32Darüber hinaus ist die sogenannte Basisreproduktionszahl R0 wichtig. Sie gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Ist der Wert größer als 1, breitet sich eine Krankheit weiter aus. Ersten wissenschaftlichen Schätzungen zufolge liegt der R0-Wert bei Covid-19 laut RKI zwischen 2,4 und 3,3, andere Institute haben unterschiedliche Spannbreiten genannt. Verändert sich der Wert, sprechen Wissenschaftler von der Effektiven Reproduktionszahl R. Diese lag dem RKI zufolge in Deutschland zuletzt unter 1, was bedeutet, die Zahl der Neuinfizierten sinkt (hier mehr zum Thema).

RKI R0
Diese Grafik veröffentlichte das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem epidemiologischen Bulletin vom 23. April. Wie die Grafik vom 15. April zeigt auch dieser Graph die Schätzung der effektiven Reproduktionszahl R (blaue Kurve). Diese Bestimmung war laut RKI allerdings erst Ende März möglich.
© RKI

3) Verdopplungszeit

Drittens ist da noch die sogenannte Verdopplungszeit, die auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel als wichtiger Gradmesser für die Bewertung der Maßnahmen genannt wurde. Dabei handelt es sich um die Zeitspanne, in der sich die Zahl der Infizierten verdoppelt. An der Verdopplungszeit lässt sich also gut ablesen, wie stark eine Epidemie voranschreitet. Im Gegensatz zu den Fallzahlen ist es hier gut, wenn die Werte steigen, weil eine hohe Verdopplungszeit das Gesundheitssystem potenziell entlastet (mehr Hintergründe dazu und ein Rechenbeispiel finden Sie hier).

Interaktive Grafiken: Verdopplungszeiten bei Coronavirus-Infektionen 

In der untenstehenden Balkengrafik können Sie den Verlauf der Entwicklung der Verdopplungszeiten in Deutschland nachvollziehen. Per Klick in das Auswahlmenü können Sie Ihren Kreis oder Ihre Stadt auswählen. Der Klick auf die einzelnen Balken zeigt weitere Details. 

Werden die Grafiken nicht oder nicht korrekt angezeigt? Klicken Sie bitte hier

Interaktive Karte: Verdopplungszeiten in Deutschland und der Welt

Die untenstehenden Karten zeigen die Verdopplungszeiten bei bestätigten Coronavirus-Infektionen in den deutschen Kreisen und kreisfreien Städten und der Welt. Der Klick in einen Kreis beziehungsweise in ein Land zeigt weitere Informationen, unter anderem die Trendentwicklung. 

In allen Karten können Sie in den Zeitstrahl klicken, um die Situation am gewünschten Tag einzusehen. 

Hinweis zu den Daten: Die Deutschlandgrafiken basieren auf Angaben des Robert Koch-Instituts, die Weltkarte auf Daten der Johns-Hopkins-University. Da beide Stellen ihre Zahlen unterschiedlich erheben und kommunizieren (mehr dazu hier und hier), finden sich in den Datensätzen unterschiedliche Werte.

Quellen:RKI Covid-19-Steckbrief, "Ärzteblatt"



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