Parteitag der US-Demokraten: Michelle Obama: "Trump ist der falsche Präsident für unser Land"
Mitfühlend aber auch scharf und angriffslustig: Der Auftritt von Michelle Obama war der emotionale Höhepunkt zum Auftakt des Nominierungsparteitags der US-Demokraten. Ihr Urteil über den Amtsinhaber fiel vernichtend aus.
Manchmal schien sie fast zu flüstern. Manchmal schloss sie theatralisch die Augen. Oft fiel das Wort "Empathie". Manchmal ballte sie die Faust. Und oft sprach sie von den schweren Zeiten, ja sie begann ihre Parteitagsrede sogar mit den Worten: "It's a hard time."
Und – bezogen auf dieses Jahr der Pandemie, der Rezession, der Morde an Afroamerikanern: "Es tut mir weh zu sehen, dass so viele Menschen leiden."Warum Briefwahlgegner Trump für die Briefwahl ist 19.06
Aber würde Michelle Obama, die beliebteste Frau Amerikas, den Namen nennen, den sie vor vier Jahren bei ihrer Rede auf dem Parteitag nicht aussprach und den sie so sehr zu vermeiden versucht, als sei er der Teufel persönlich?
"Er ist nicht der richtige Mann"
Nein, diesmal nannte sie ihn: "Donald Trump ist nicht der richtige Mann." Unfähig. Ohne Empathie. Ohne Moral-Kompass. Ohne Fähigkeit zuzuhören, zählte sie auf. "Er erweckt unsere schlimmsten Instinkte." Und sie warnte: "Wenn ihr glaubt, es könne nicht schlimmer werden, täuscht ihr Euch."
Michelle Obama ist eine effektive Rednerin, das ist bekannt. Sie ist besonders gut im Gespräch, vor kleinem Publikum, im Wohnzimmer – wie gemacht für einen virtuellen Parteitag, der ohne Saalpublikum stattfindet.Biden verliert noch, 20.00
Und so war sie effektiv an diesem ersten Tag der "Democratic Convention" – als einfühlsame ehemalige First Lady, als Warnerin vor einer noch schlimmeren Zukunft, als gute Freundin von Joe Biden und dessen Frau Jill und mit ihrem eindringlichen Appell an die Wählerinnen und Wähler: Wählt! "Bestellt Eure Unterlagen gleich heute Abend noch", denn die Regierung versuche, Euch das Recht zu nehmen.
Sie trug das Motto sogar als Teil ihrer Kette um den Hals: "V-O-T-E". Und ahnend, was viele Nichtwähler denken, fügte sie hinzu: "Ihr wisst, ich hasse Politik, aber ich hänge sehr an dieser Nation."
Michelle Obamas Rede war der Höhepunkt des ersten Tages, und sie muss in den kommenden drei Tagen erstmal überboten werden. Auch Bernie Sanders wurde zugeschaltet und war stark. Eindringlich warnte er vor dem Ende der Demokratie, vor einem sich längst abzeichnenden Autoritarismus unter Trump und brachte die Lage auf den Punkt: Während Rom brennt, geht Trump Golf spielen.
Diesmal schießt Bernie Sanders nicht quer
Er legte – ganz Sanders – eine progressive Version für Amerika dar, für die er bereits viele Zugeständnisse von Joe Biden bekommen hat. Vor allem zeigte Sanders diesmal seine Unterstützung für den Kandidaten der Demokraten so viel enthusiastischer als vor vier Jahren für Hillary Clinton.
Ansonsten hatte der erste Tag viele ganz "normale Bürger" zu bieten, viele schwarze Frauen, viele Freunde Joe Bidens, die ihn als "normalen Kerl" von nebenan beschrieben, einen Mann mit Herz und Empathie und all den Dingen, die Trump fehlen.
Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer trat auf, die mit ihrem harten Kurs in der Corona-Pandemie überzeugte. Und New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo, der durch seinen harten Kurs ebenfalls zu einem der wenigen Helden der Krise wurde. Aber auch Krankenschwestern und Sanitäter waren zu sehen, die Trumps Krisenmanagement frontal angriffen. Und – am stärksten von allen – die Tochter eines Mannes, der mit 65 an den Folgen von Covid-19 starb, und die Trump direkt für den Tod verantwortlich machte.Korr Parteitag Demokraten Biden Harris Vorab 1315
Und wo war Trump? Unterwegs im Wahlkampf in Minnesota, jenem Staat, in dem George Floyd ermordet wurde. Er warnte vor dem senilen Biden, der nicht mal mehr wisse, was Minnesota sei und vor Chaos in den Städten und dem Absturz einer Nation.
Der Wahlkampf, so viel ist klar, hat nun richtig begonnen.
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