November 2020: Das sind die aktuellen stern-Bestseller des Monats

Jede Woche erscheint der neue stern mit aktuellen Bestsellern: Die in der Printausgabe rezensierten Bücher stellen wir Ihnen ab sofort einmal im Monat gesammelt auch online vor. 

Etwas verwunderlich ist es schon, dass immer noch so viele Menschen – trotz der zunehmenden Digitalisierung – echte Lektüre kaufen. Andererseits ist es auch ein gutes Zeichen, dass immer noch so viele Leser ein gutes Buch zu schätzen wissen. Aus diesem Grund finden Sie die stern-Besteller der Printausgaben, die jeden Donnerstag veröffentlicht werden, zukünftig auch online. Im Folgenden werden die neuen November-Titel vorgestellt.

"Ein verheißenes Land" Barack Obama

Obama

Für den Buch­handel sind Obamas Erinnerungen vermutlich die Rettung des darbenden Geschäfts. "Ein verheißenes Land" ist das ideale Weihnachtsgeschenk. Ein 1000 Seiten langer Wälzer, der Obamas Kindheit und Jugend, die Liebesge­schichte mit Michelle und Obamas märchenhaften ­Aufstieg vom ­Nobody zum mächtigsten Mann der Welt erzählt. Packend, dicht dran und ein oft ­intimer Blick in den Kopf eines Mannes, den wir in den letzten Jahren in den USA so schmerzlich vermisst haben. Stattdessen ­wütete da der, dessen Name nicht genannt werden darf. Hier gibt es das Buch.

"Der neunte Arm des Oktopus" von Dirk Rossmann 

Oktopus

Wenn ein ­2,3 Milliarden Euro schwerer Drogeriemarktkettenbesitzer einen Roman über einen Koch und eine Spionin in den Wirren des Klimawandels schreibt, wirft das zwingend drei Fragen auf: Was hat Herr Rossmann in den letzten Jahren eigentlich so getan außer Bücherschreiben, die Erhöhung der ­Reichensteuer fordern und gegen die Rundfunkgebühren klagen? Das Bundesverdienstkreuz, den Goldenen Zuckerhut und den Preis für Deutschlands Wachstumsmeister in Empfang nehmen? Kann, ja muss man den Erfolg ­dieses Buches nicht als weiteren Beweis dafür nehmen, dass kein Chef, kein Konzernboss je mit seiner Arbeit ausgelastet war, ist und sein wird? Hier gibt es das Buch.

"Medizin – endlich verständlich" von Johannes Wimmer

Medizin

Falco ist tot, aber nicht nur einige seiner Lieder haben überlebt, sondern auch sein Diktum, dass man sein Publikum ernsthaft be­dienen sollte als Künstler. Nicht labern, sondern liefern. Johannes Wimmer macht es genau umgekehrt. Er wolle Medizin "endlich verständlich" erklären, schreibt er, und kalauert sich dann auf Fips- Asmussen-Niveau durch den Stoff. Hier ein flaches Witzchen über Medikamente ("bunte Smarties", "Tabletten-Müsli"), dort ein Gag über Seekrankheit (dem Kapitän "auf die Uniform kotzen"). So geht das 144 Seiten lang. Lernt man was dabei? Ein bisschen. Ist das lustig? Eher nicht. Falco protestiert bestimmt still im Himmelreich. Hier gibt es das Buch.

"Ein weißer Schwan in Tabernacle Street" von Ben Aaronovich

Weißer Schwan

Verspeisen denn alle Briten zu Porridge, Bacon& ­Beans auch noch einen frittierten Zauberer? Wie erklärt es sich sonst, dass sie besessen sind von Harry Potter, Gandalf und Artemis Fowl, von Narnia und magisch talentierten Figuren wie Mary Poppins, James Bond, Boris Johnson? Die Vorliebe für spinnerte Typen plus Herbstblues plus Corona-Lage beflügelt derzeit die Werke der eskapistischen Literatur. Angeführt wird das Genre von Ben Aaronovitch und seinem Zauberlehrling Peter Grant. Auch bei uns haben sich die acht Bände der Kultreihe millionenfach verkauft. That’s the way the magic cookie crumbles, wie der Brite sagt. So läuft er halt, der Zauberhase. Hier gibt es das Buch.

"Und erlöse uns von den Blöden" von Monika Gruber und Andreas Hock

Erlöse uns von den Blöden

Eine Erkenntnis über die Pandemie ist bereits zu einer Binsenweisheit versteinert: Nämlich dass nach Corona nichts mehr sein werde wie zuvor. Wir würden alle digitaler, kauften nur noch online und machten keine Flugreisen mehr, weil uns das grüne Gewissen zwicke. Stimmt nicht, sagen Monika Gruber und Andreas Hock. Ihre These: Wer schon vor der Krise bescheuert war, bleibt auch nach der Krise bescheuert. Corona mache die Menschen nicht aufgeklärter und sensibler, sondern verschiebe Dumm- und Dumpfheit nur vom Analogen ins Digitale. Ein kleines, böses Buch zur Lage der Nation. Und zugleich eine Impfung gegen Hysterie und Panikmache. Hier gibt es das Buch.

"Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte" von Jonas Jonasson 

Massai

Ein lustiger Roman über die Freuden der Rache, geschrieben von einem, der im März wochenlang an Covid-19 erkrankt war. Einer seiner Freunde starb. Rache am Staatsepidemiologen Anders Tegnell will Jonasson ausdrücklich nicht nehmen, sagte er dem stern, auch wenn dieser "die Sache runtergespielt" habe. Dass die Schweden in der gerade heranrollenden Monsterviruswelle immer noch auf ihrem Sonderweg surfen, erklärt Jonasson sich so: "Man sagt ja, dass die größten Unterstützer von Atomkraft in der Regel jene sind, die in der Nähe der Kraftwerke leben. Wenn man nicht an einen anderen Ort ziehen kann, muss man sich die Gefahr kleinreden." Hier gibt es das Buch.

"Ich glaube, ich hatte es schon" von Michael Mittermeier

Mittermaier

Gebrauchsanweisung für dieses Buch: kaufen, in den Keller legen und erst nach ein paar Jahren wieder hervorholen. Wie Rotwein. Der wird mit der Zeit auch nur besser. Mit Michael Mittermeiers Buch wird man nämlich erst so richtig seinen Spaß haben, wenn Corona besiegt ist. Wenn einem alles schräg und absurd vorkommt, was der Kabarettist heute beschreibt: Begrüßungsrituale, die uns zu einer "Ellbogengesellschaft" machen. Niesen in die Armbeuge, die zu einem Feuchtbiotop mutiert, für das man "bei den Grünen einen Krötentunnel hätte beantragen können". Noch aber ist Corona gefährlich, für manche existenz­bedrohend, für alle lästig und nervig – und so gar nicht witzig. Hier gibt es das Buch.

"Kaltes Gold" von Cilla und Rolf Börjlind

Kaltes Gold

Am Anfang war Kalle Blomquist aus Kleinköping, Meisterdetektiv. Er war gewissermaßen Vater des Kommissars Martin Beck aus Stockholm, Großvater des grummeligen Kurt Wallander sowie der lebenslustigen Lisbeth Salander, die mal was mit dem Norweger Harry Hole hatte, aber auch Intim­kontakte zu einem Kerl ­namens Van Veeteren und zu Carl "Cold Case" Mørck pflegte. Ver­hütung war ihnen tøtal øgal, ­weshalb skandinavische Genealogieforscher den Überblick über die Kämpferfamilie für Recht und Ordnung längst verloren haben. Auf Zweig 48 des Stammbaums treffen wir auf das Ermittlerduo Olivia und Tom, das auch den sechsten Fall mit Bravour lösen wird. Bei den Vorfahren! Hier gibt es das Buch.

Das könnte Sie auch interessieren:


Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.



Click here for more...
from #Bangladesh #News aka Bangladesh News Now!!!

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

News zum Coronavirus: Arbeitsminister Heil fordert massive Homeoffice-Nutzung und kündigt Kontrollen an

Klingelton von gestohlenem Handy verrät mutmaßlichen Dieb

Umdenken in der Krise: Wie die Bahn sich mit Desinfektionsmitteln selbst versorgt