Auf dem Königsweg: Harry, Meghan und die Royals – warum der Kampf bei den Windsors noch lange nicht vorüber ist

Harry und Meghan kehren nicht zur royalen Familie nach England zurück. Wer nun aber gedacht hat, dass die Geschichte damit zu Ende ist, irrt. Ein angekündigtes Interview und Mobbing-Vorwürfe befeuern die angespannte Situation. Wer wird als Gewinner daraus hervorgehen?

Wer gedacht hatte, der Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen den Ex-Royals Harry und Meghan einerseits und der britischen Königsfamilie andererseits wäre spätestens mit der Ankündigung eines "Intimen Interviews" des Ehepaares mit dem US-Mega-Medienstar Oprah Winfrey erreicht gewesen, der wurde letzte Woche eines Besseren belehrt: Da geht wohl noch ‘was in Sachen Enthüllung menschlicher Abgründe im Hause Windsor.

Denn die britischen Tageszeitung "The Times" enthüllte hochexplosive Dokumente mit Aussagen ehemaliger Angestellter des streitbaren Herzogspaares. Palast-Angestellte haben nach eigener Aussage bald nach der Traumhochzeit im Mai 2018 immer wieder miterlebt, dass die frischgebackene Herzogin von Sussex gegenüber ihren persönlichen Assistentinnen ein Verhalten an den Tag legte, das weit über vielleicht noch nachvollziehbare "Plötzlich Prinzessin"-Allüren hinausging. So soll Meghan immer wieder mehrere ihrer Mitarbeiterinnen massiv unter Druck gesetzt und so hohe Arbeitsanforderungen an diese gestellt haben, dass die Betroffenen schließlich vor Terminen mit Ihrer Chefin vor Angst zitterten.

Auch der früher so fröhliche und empathische Queen-Enkel selbst soll im Windschatten seiner durchsetzungsstarken Frau begonnen haben, die Angestellten zu schikanieren. Auch sei der damalige gemeinsame Kommunikationschef der Wales-Prinzen, Jason Knauf, mit den Anschuldigungen gegen Meghan bei Harry vorstellig geworden  und von diesem buchstäblich angefleht worden sein, die Vorwürfe nicht weiter zu verfolgen.

Damals sah der gebürtige Amerikaner Knauf, der seit 2015 für William und Harry arbeitete, offenbar als einzigen Ausweg aus diesem Gewissenskonflikt, die eigene Kündigung einzureichen. Er verließ im Frühjahr 2019 sein Büro im Kensington Palast und tatsächlich unternahm auch die zuständige Personalabteilung in Clarence House damals nichts trotz Kenntnis der Vorwürfe. Die brisanten Anschuldigungen wurden nicht weiterverfolgt (inzwischen steht Jason Knauf wieder in royalen Diensten, er ist für die Stiftung des Herzogspaares Cambridge tätig).

Queen will Vorwürfe prüfen lassen

Nach Bekanntwerden der "Times"-Recherchen gab der Buckingham Palast kaum 12 Stunden später bekannt, dass Königin Elizabeth II. einen hofinternen Untersuchungsausschuss einsetzen würde, um diesen ernsten Anschuldigungen nachzugehen. Im Zuge dessen werden bald "ehemalige und aktuelle Angestellte, die in die Vorfälle involviert waren oder davon Kenntnis hatten, eingeladen, sich vertraulich zu den Vorfällen zu äußern", so die offizielle Ankündigung des Palastes. Ein unerhörter Vorgang - das gab es noch nie in der fast 70-jährigen Regierungszeit der Monarchin.  Diese Ankündigung zeigt, wie ernst man die Sache auf höchster Ebene des Königshauses nimmt. Denn abgesehen von den heftigen Anschuldigungen selbst muss der Palast sich ja auch die Frage gefallen lassen, warum nach dem Abgang von Jason Knauf die auf dem Tisch liegenden Mobbing-Vorwürfe nicht weiterverfolgt wurden.PAID Harry Meghan Baby Zwiespalt 6.35

Immerhin, so wird eine Betroffene zitiert, sei die Zeit in Meghans und Harrys Diensten für sie so zermürbend, die Arbeitsatmosphäre derart schlimm gewesen, dass sie bis heute an Beschwerden leide, die einer posttraumatischen Belastungsstörung vergleichbar seien. Diese Angestellte und noch mehrere andere hätten schließlich keinen anderen Ausweg mehr gesehen, als zu kündigen. Von mindestens drei Betroffenen ist in den geleakten Dokumenten die Rede, alles junge, gut ausgebildete Frauen "Eine von uns hatte sie immer im Visier", heißt es da unter anderem. Und wirft die Frage auf: Wie passt das zusammen mit Meghans Beteuerungen, es sei ihr vor allem ein Anliegen, sich für "female empowerment" einzusetzen?

Besonders brisant ist auch, dass selbst Samantha Cohen, eine gestandene Frau um die 50, die vorher sieben Jahre erfolgreich als Zweite Privatsekretärin für die Königin gearbeitet hatte, in den Dokumenten mit der Aussage zitiert wurde, es sei zuletzt unerträglich gewesen, für die Sussexes zu arbeiten. Diese hätten sich wie zwei ungezogene Teenager benommen. Cohen verließ ihre Stellung als "Interim-Privatsekretärin" bei Harry und Meghan im Dezember 2019 mit dem Hinweis, sie habe die Aufgabe überhaupt nur auf Bitte der Queen für einen beschränkten Zeitraum angetreten, um Meghan die ersten Schritte als Mitglied des Königshauses zu erleichtern. 

Meghan und Harry wesen Vorwürfe zurück

Derweil meldete sich aus Los Angeles auch das Herzogspaar Sussex über einen Sprecher zu Wort. Der bezeichnete die aktuellen Enthüllungen als konstruierte Schmutzkampagne im Vorfeld des von den Windsors gefürchteten Interviews der beiden royalen Rebellen. Oprah ist berühmt und berüchtigt dafür, selbst mit allen Interview-Wassern gewaschenen Hollywood-Stars noch ihre letzten dunklen Geheimnisse zu entlocken. Das Interview läuft kommenden Sonntagabend beim amerikanischen TV-Sender CBS, in Deutschland am folgenden Montagabend voraussichtlich bei RTL. Aus diesem Anlass hat Meghan sich offenbar nicht lange bitten lassen, ausgiebig über ihre Zeit im Schosse der Royal Family zu plaudern. Das legen kurze Ausschnitte aus dem bereits vor fast zwei Wochen in Kalifornien aufgezeichneten Interview nahe, die bereits über die sozialen Netzwerke verbreitet wurden, um für das Fernsehereignis zu werben.PAID Die Queen und die gleorreichen 7_17.35

Die Pressestelle des Buckingham Palastes wies die Vorwürfe einer orchestrierten Hetzkampagne gegen die Sussexes vehement zurück mit dem Hinweis, man habe angesichts der Corona-Pandemie und Prinz Philips ernstem Gesundheitszustand gerade andere Sorgen, als sich solche Anschuldigungen auszudenken.

Wahrscheinlicher ist wohl – so legen es zwei führende Adelsberichterstatter der Zeitung "Daily Mail" in ihren Kommentaren zu den Veröffentlichungen der TIMES nahe -, dass es Mitglieder des sogenannten "Sussex Survivors Club" (Club der Sussex-Überlebenden) waren, die wollten, dass ihre Geschichten gerade jetzt an die Öffentlichkeit gelangen. Sie fürchteten wahrscheinlich ebenfalls eine Rufschädigung durch das bevorstehende Interview. Dass darin auch von den "Männern in den grauen Anzügen, die uns zum Schweigen bringen wollten" die Rede sein wird - eine abwertende Bezeichnung für die leitenden Palastbeamten, die Meghan von der verstorbenen Prinzessin von Wales übernommen hat - , wurde in den Vorab-Trailern der Sendung angedeutet. Manche namhafte und langjährige Palastmitarbeiter wollten sich vielleicht nicht schweigend verunglimpfen lassen.

Harry und Meghan reagieren aber wohl auch deswegen nicht nur angefasst sondern spürbar aggressiv auf die Anschuldigungen, weil diese sie inhaltlich an einem besonders wunden Punkt treffen: So versuchen Harry und Meghan gerade, sich mit ihrem Non-Profit-Unternehmen "Archewell" ausgerechnet für mehr Mitmenschlichkeit und Freundlichkeit in der Gesellschaft einzusetzen. So kann man es auf deren neu aufgesetzter Website lesen. Da kommt es natürlich äußerst ungelegen, wenn man sich gleichzeitig schweren Mobbing-Vorwürfen ausgesetzt sieht.

PAID Königsweg Brüderkrieg 08.40

Natürlich hat jeder Mobbing-Vorwurf immer zwei Seiten. Meghan und Harry haben immer wieder geäußert, dass sie sich von den Palastbeamten nicht ausreichend unterstützt und beschützt fühlten. Man kann davon ausgehen, dass beide dieses Thema im Interview am Sonntag anschneiden werden. Dunkel bleibt, was die beiden sich eigentlich davon versprechen, vor laufenden Kameras ihre persönlichsten Gefühle offen zu legen: Eine Entschuldigung der Queen, das Mitleid der amerikanischen Zuschauer, eine Rufschädigung der königlichen Familie als Racheakt?

Was immer an Themen am Sonntagabend im TV-Interview zur Sprache kommen sollte, am Ende werden weder die Sussexes gewinnen, noch die Windsors und ihre ehemaligen Angestellten, die sich nun vorgewagt haben. Beide Seiten scheinen sich von ihren Aktionen Frustabbau und eine Art emotionaler Wiedergutmachung zu erhoffen, allein dadurch, dass deren jeweilige Version der Ereignisse an die Öffentlichkeit kommt.

Aber die Gefahr ist groß, dass das nach hinten losgeht und am Ende alle mit geschädigtem Ruf dastehen.

Als die Queen im Februar bekannt gab, dass sie Harry und Meghan nun auch aller noch verbliebenen Patronate und militärischen Ehrentitel entheben würde, da das Paar ja offensichtlich nicht beabsichtige, als "Working Members of the Royal Family" zurückzukehren, hieß es in den britischen Medien immer wieder, nun sei die endgültige "Scheidung der Sussexes von den Windsors" vollzogen.

Dieser Rückschluss war wohl etwas voreilig. Der royale Rosenkrieg hat gerade erst begonnen …



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