Mai 2021: Das sind die aktuellen stern-Bestseller des Monats
Jede Woche erscheint der neue stern mit aktuellen Bestsellern: Die in der Printausgabe rezensierten Bücher stellen wir Ihnen ab sofort einmal im Monat gesammelt auch online vor.
Etwas verwunderlich ist es schon, dass trotz der zunehmenden Digitalisierung immer noch so viele Menschen "echte" Lektüre kaufen. Andererseits ist es auch ein gutes Zeichen, dass immer noch so viele Leser ein gutes Buch zu schätzen wissen. Aus diesem Grund finden Sie die stern-Besteller der Printausgaben, die jeden Donnerstag veröffentlicht werden, zukünftig auch online. Im Folgenden werden die neuen Mai-Titel vorgestellt.
"Deeply" von Ava Reed
Bei "Young Adult"-Literatur handelt es sich meist um allerübelsten Herz- und Weltschmerz für (emotionale) Teenies, wegen dessen ausufernder Hemmungslosigkeit man plötzlich nicht mehr sicher ist, ob’s wirklich immer gut ist, wenn das junge Menschen lesen. Immerhin, in "Deeply" stellt die Autorin selbst ihren Zeilen eine sehr einfühlsame, herzliche Trigger-Warnung voran (Achtung, es geht um Vergewaltigung/sexuelle Nötigung/Amputation), die in eine durchaus bedenkenswerte Überlegung mündet: "Eure Gefühle sind wichtig. Wenn Ihr Euch unwohl fühlt bei diesen Themen oder beim Lesen, hört auf Euch." Danke, liebe Ava, das machen wir. Sorgen uns mal wieder ein bisschen um unsere Jugend. Und legen das Buch jetzt ganz schnell weit, weit weg. Okay? Aber bitte nicht traurig sein. Hier gibt es das Buch.
"Besser fühlen" von Leon Windscheid
Zu Unrecht wird immer wieder behauptet, die Reisebranche leide unter dem Lockdown. Das Gegenteil ist richtig. Der Mensch fährt oder fliegt zwar nicht mehr in die Ferne, er reist ins Ich. Früher jettete er zum Tauchen auf die Malediven, jetzt findet der Deep Dive in der eigenen Seele statt. Ist eh umweltfreundlicher – und wer weiß: Vielleicht liegt auf dem Seelenboden ein Schatz vergraben? Oder doch nur Wracks, abgelegte Beziehungen und Kindheitstraumata? Solche Tauchgänge sollte man besser nicht allein machen. Leon Windscheid hilft und erklärt, wie man "besser fühlt". Trauer, Wut, Liebe, für alles gibt es eine Anleitung. Der neue Windscheid – die Sauerstoffflasche für Seelentaucher. Hier gibt es das Buch.
"Dornenpakt" von Karen Rose
Ihren Mann Martin hat Karen Rose als 17-Jährige beim Blind Date in Maryland kennen- und lieben gelernt. Als Lebensmitteltechnikerin in Ohio ließ sie sich zwei Methoden zur Geschmacksverbesserung des Verdauungsmittels Metamucil patentieren. In Japan verspeiste sie lebenden Fisch, in Guatemala war sie im Gefängnis, aber nur ganz kurz. Seit 2003 bringt sie Jahr um Jahr eine neue Geschichte von Verbrechen und Liebe auf den Büchermarkt, in manchen schafft sie sogar zwei. Und welche Musik hört sie, während sie in ihrem Haus in Florida über die finstersten menschlichen Abgründe schreibt? – Barry Manilow, in Endlosschleifen! So, wer jetzt immer noch nicht begriffen hat, dass Karen Rose eine sehr lustige Person ist, kann sie sich ja mal kurz im "Quick Fire Interview" auf Youtube ansehen. Hier gibt es das Buch.
"Energy!" von Anne Fleck
Wenn Schlaf der kleine Bruder des Todes ist, was ist dann Müdigkeit? Seine Schwippschwägerin? Tod und Erschöpfung pflegen ein Verwandtschaftsverhältnis – wie sonst könnte man todmüde sein? Anders als der Tod ist Müdigkeit besiegbar, auch wenn man diese These jeden Morgen für widerlegt halten mag. Anne Fleck glaubt zu wissen, wie man den Kampf gegen die Kraftlosigkeit gewinnen kann: weniger Zucker, nicht zu fett essen, mal entgiften. Klingt wenig reizvoll. Wäre es nicht schlauer, einfach dem Wochenende entgegenzudösen? Schließlich gehört nicht nur der Tod zum Leben, sondern auch seine Schwippschwägerin, die Müdigkeit. Hier gibt es das Buch.
"Weber’s Gasgrillbibel" von Manuel Weyer
Viel zu oft klettern in diesem Beststeller-Ranking Werke nach oben, die uns ermahnen, endlich ein besseres Leben zu führen. Eigentlich ist das der Markenkern der Grünen, aber übertragen auf den Buchmarkt funktioniert das offenbar auch. Essen, trinken, tanken – alles geht achtsamer und ressourcenschonender. Und nun mogelt sich ein Störenfried auf diese Weltverbesserer-Liste: die "Gasgrillbibel", eine Feier des tierischen Proteins. Nur im eigenen Fett schwitzendes Fleisch ist gutes Fleisch! Aber, aber: Man lernt auch, wie ein Blumenkohl-Steak zu grillen ist. Und die Burger-Patties aus Roter Bete sollen superlecker sein. Hier gibt es das Buch.
"Der Donnerstagsmordclub" von Richard Osman
Abgesehen mal davon, dass er eine Dauerkarte des Wiederholungs-Absteigers FC Fulham besitzt, lässt sich über Richard Osman nur Tolles sagen: Er ist Fernsehmoderator, Komiker, Drehbuchautor und Produzent. Nun hat er einen Krimi über einen Trupp älterer Herrschaften auf Mördersuche geschrieben. Eine Topkarriere also – die offenbar Frucht eines erbitterten Bruderkampfes ist! Der drei Jahre ältere Mathew Osman jedenfalls ist Mitgründer und Bassist der legendären Britpop-Band Suede, hat schwere Lkws durch England gelenkt, einen London-Führer verfasst und 2020 sein eigenes Romandebüt sieben Monate vor dem Bruderherz hingelegt, mit einem Kontrollfreak als Hauptfigur, die "unheimlich viel" von seinem Bruder Richard hat, wie er sagt. Dessen Krimi er übrigens geringschätzig "im Herzen der Mainstream-Kultur" ansiedelt. Herrlich, die Liebe der Geschwister! Hier gibt es das Buch.
"Provenzalischer Sturm" von Sophie Bonnet
Wenn der Sommer naht und das Fernweh nagt, greifen wir zu Provence-Krimis. Wen stört’s, dass die blühenden Mandelbäume und Châteauneuf- du-Pape-Räusche allesamt von deutschen Literaten und Literatinnen erdacht und niedergeschrieben werden? Hinter Sophie Bonnet verbirgt sich die ehemalige Heilpraktikerin Heike Koschyk aus Travemünde, auf Platz acht folgt ihr der Flensburger Cay Rademacher, der immerhin mitsamt Familie in die Provence gezogen ist. Beau et bon, aber: Schreiben französische Dichter im Gegenzug etwa über Verbrechen im Allgäu, Morde am Main, die Apfelbaumblüte im Alten Land? Impensable! Die Romane der französischen Bestsellerlisten werden von Franzosen für Franzosen über Frankreich geschrieben. Das ist gemein und ungerecht, ist une histoire d’amour unilatérale, ist un inceste culturel. Hier gibt es das Buch.
"Wandern, Glück und lange Ohren" von Lotta Lubkoll
Wandern, Glück und lange Ohren
Seneca, der uns aus Lateinbüchern schmerzvoll bekannte Philosoph, hielt nicht viel vom Reisen. In seinen "Epistulae morales" schrieb er: "Deine Laster werden dir folgen, wohin auch immer du gelangst." Heißt: Den inneren Esel wird man auch im australischen Outback schwerlich los. Warum dann nicht ein zweites Viech mit auf den Trip nehmen? Zwei Esel sind besser als einer, allein schon wegen des Tierwohls. So hat es Lotta Lubkoll gemacht und ist mit Esel Jonny von München bis ans Mittelmeer marschiert. Man darf gespannt sein, wann die ersten Autoren mit Schweinehunden spazieren gehen. Den inneren wird man auch nicht los, leider. Hier gibt es das Buch.
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