Bundesliga im stern-Check: Wer kommt? Wer geht? Wer streikt? Die halbe Liga ist immer noch im Wartestand
Sie wollen nur spielen. Aber mit wem? Die Bundesliga sehnt das Ende der Transferperiode herbei. Manche Vereine sogar so sehr, dass sie vergessen, schon jetzt Punkte einzufahren. Der stern-Bundesliga-Check am 3. Spieltag.
So lief der Spieltag
Aufreger des Spieltags
Manchmal ist eben doch entscheidend NEBEN dem Platz. Über nichts wurde an diesem dritten Spieltag hitziger diskutiert als über tatsächliche und vermeintliche Transfers: Wer kommt? Wer geht? Wer bleibt? Wer streikt? Ja, auch das. Filip Kostic weigerte sich, in Bielefeld für die Frankfurter Eintracht aufzulaufen. Er will weg, heißt es. Das Durcheinander bei der Eintracht, bei der es zuletzt praktisch auf allen Ebenen einen Wechsel gegeben hat, ist wohl zuviel – für den Serben und auch für den Verein. Hat ihm jemand, der nicht mehr da ist, etwa etwas versprochen? Keiner scheint was zu wissen.Ronaldo-Wechsel: Ferguson soll CR7 zu ManU gelockt haben 17.05
Klar ist aber: Das Transfer-Tohuwabohu tut vielen nicht gut. Die Eintracht leidet, auch unter dem Hin-und-Her mit Amin Younes. Gladbach beispielsweise, weil das Team nur noch aus Wechselwilligen und Verletzten zu bestehen scheint. Oder doch nicht? Selbst Leipzig hätte Sabitzer gegen Wolfsburg gerne aufstellen wollen. Aber der geht nun zu den Bayern, aber wirklich. Anders als die Fohlen Ginter und Hofmann. Dabei hatten die angeblich schon gepackt. Und geht eigentlich Haaland doch noch? Schließlich ist nicht erst seit der Ronaldo-Rückkehr zu ManU am Freitag Bewegung im obersten Stürmer-Regal. "Für Trainer ist das eine absolute Katastrophe", kommentierte Stefan Effenberg im Sport-1-"Doppelpass" das Chaos zum Saisonstart, das durch das noch offene Transferfenster entstanden ist. Frankfurts Coach Oliver Glasner sprach er damit aus dem Herzen. Der sehnt geradezu den kommenden Dienstag, den 31. August, herbei. Das ist erstmal Schluss mit der Wechselei und Glasner weiß – wie viele seiner Kollegen – welches Team ihm wirklich zur Verfügung steht. Und ob Filip Kostic noch dazugehört. Oder nicht.
Verlierer des Spieltags
Gut, dass das bald vorbei ist. Das denkt man nicht zuletzt in der Hauptstadt. Für den selbst ernannten "Big-City-Club" geht die Saison erst nach der Länderspielpause los. Null Punkte stehen bisher zu Buche, und am Samstag gab's eine "schockierende" Leistung beim FC Bayern noch dazu – so sagte es kein Geringerer als Cheftrainer Pal Dardai. Das vermaledeite Großmanns-Etikett, dem die alte Dame derzeit so gar nicht entspricht, wird Hertha einfach nicht mehr los, und es lastet wie Blei auf Verein und Spielern. Deshalb orientiert man sich an der Spree nun um. Europa, so ist aus dem Verein zu vernehmen, werde in diesem Jahr kein Thema mehr sein, heißt es. Natürlich nicht, wie denn auch?! Mittelfristig will man aber dahin kommen. Das nötige Geld durch Investor Lars Windhorst ist da, bleibt bisher aber ohne große Wirkung. Auch, weil eine Verpflichtung wie die des in die Jahre gekommenen Kevin-Prince Boateng, 34, nicht zu einem solchen Plan passt. Aber mit Transfers, das hatten wir schon, ist das im Moment ja so eine Sache. Mal sehen, wer bei der Hertha noch einsteigen wird. Nach der Länderspielpause soll es dann für Hertha los gehen. Bei null.STERN PAID Interview FC Köln 14.10
Gewinner des Spieltags
Berlin ist die weitaus schönere Stadt, aber Wolfsburg hat die weitaus bessere Mannschaft. Drei Spiele, drei Siege, Tabellenführer. Und auch noch eine bärenstarke, überzeugende Leistung im ligainternen Champions-League-Spiel gegen RB Leipzig. Ein einziges Törchen haben die Wölfe bisher zugelassen. Wie war das nochmal? Die Defensive gewinnt Meisterschaften? Richtig. Aber es gibt noch einen Spruch: Die Saison ist noch lang! Genau. Deshalb kann für den VfL und seinen neuen Coach Mark van Bommel nur gelten: Den Augenblick genießen und zwei Wochen lang mit einem Lächeln auf die Tabelle schauen. Viel Vergnügen dabei.
Deppen des Spieltags
Erweitern wir diese kleine Spieltagsbetrachtung um diese sonst nicht übliche Rubrik. Fünf Tore fielen im Spiel des FC Augsburg gegen Bayer Leverkusen, drei erzielten die Augsburger, und doch haben sie verloren. Die beiden Eigentore, mit denen die FCA-Spieler Iago und Florian Niederlechner das Spiel schon früh zugunsten von Leverkusen entschieden, dürften zu den schönsten Treffern ins eigene Netz in der langen Bundesligageschichte gehören. Was sich Iago bei seinem genialen Chip-Ball in die eigenen Maschen gedacht hat, wird wohl sogar ihm selbst für immer ein Geheimnis bleiben. Und auch der tolle Flugkopfball ins eigene Tor von Niederlechner bleibt rätselhaft, lässt sich immerhin aber mit dem Stürmerblut des 30-Jährigen erklären. Sorry für den Spott, aber diese Tore waren einfach zu schön, um unerwähnt zu bleiben.
Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen
Schöne Treffer gab es also einige an diesem Wochenende. Auch auf der richtigen Seite. Das Tor des puren Willens von Erling Haaland vom BVB zum 3:2 gegen Hoffenheim zum Beispiel. Oder der Dropkick des Freiburgers Woo-yeong Jeong in Stuttgart. Oder das 2:0 von Union gegen Gladbach – Taiwo Awoniyi nach Zuckerpass von Max Kruse. Aber der Treffer von Bayern-Jungstar Jamal Musiala, der hatte doch noch dieses gewisse Etwas. Eigentlich hatte der 18-Jährige in der 49. Minute des einseitigen Spiels gegen Hertha BSC Thomas Müllers scharfen Pass von links in "die Box" gar nicht gut angenommen. Doch mit perfekter Körperbeherrschung sicherte er sich trotzdem das Spielgerät – und dann ging es ganz schnell. Eine geschmeidige Körpertäuschung, schon hatte Musiala freie Bahn und in einer fließenden Bewegung setzte er den Ball kraftvoll und überlegt am bedauernswerten Schwolow im Hertha-Tor vorbei. Nicht nur in dieser Szene bewies der Youngster seine besondere Klasse. Die Münchner Zuschauer bedachten Musiala bei seiner Auswechslung mit langem Applaus. Der FC Bayern und die Nationalelf werden noch viel Freude an dem Megatalent haben.
Bild des Tages
© Alexander Beier
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